Ägyptische Religion
Frühe Formen religiöser Vorstellungen
sind erkennbar als Verehrung von Ahnen, Tieren und Naturerscheinungen. Lokalkulte
gewinnen Anerkennung für ganz Ägypten: Isis, Osiris, Horus, Re, Ptah, Amun,
Hathor u.a. Die ägyptische Religion durchdringt alle Bereiche des Lebens. Ein
bedeutsamer Zug ist die Selbstdarstellung durch Dualismen und Antithesen (z.
B. Horus und Seth, Chaos und geschaffene Welt). Jenseitstexte des Neuen Reiches
vereinen so im Sonnengott Re Naturerscheinung und Personenhaftigkeit,
Himmel und Unterwelt, vergangenes diesseitiges Leben und Existenz als Toter
vermittels des Jenseitsgerichts. Die Mehrzahl der bisher bekannten Texte behandelt
das Jenseits und die Existenz des Individuums nach dem Tode: Pyramidentexte,
Sargtexte u.a. Der Glaube an das Fortleben nach dem Tode hatte ferner die Praxis
der Mumifizierung, umfangreichen Totenkult, Fertigung von Särgen und Grabanlagen
zur Folge. Oberste Norm für Natur, Götter und Menschen ist die Maat. Auf den
Eingottglauben bewegte sich vielleicht die Lehre Amenophis' IV. vom Sonnengott
Aton zu.
Nach Bertelsmann
Electronic Publishing im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Gütersloh, München
1997